Interdisziplinäre Laborstudie fokussiert auf Form, Material und Funktion zur anwendungsorientierten und marktspezifischen Ausrichtung von Textilbeton (FoMaFu)

 

Mission Statement:
Es besteht ein interdisziplinäres Defizit in einer bislang nicht vorhandenen wissenschaftlich belegten Aussage zu den Begründungszusammenhängen zwischen Form, Material und Funktion unter den Gesichtspunkten Akzeptanz oder Ablehnung von Rezipienten. 
Für die Bereitstellung einer marktspezifischen Positionierung von Textilbeton fehlen Vorarbeiten im Hinblick auf die Ästhetik welche auf einem nicht wissenschaftlich belegten Zusammenspiel zwischen Form, Funktion und Material entsteht. Um eine Aussage zu dieser Beziehung treffen zu können, ist der Vergleich und das Aufzeigen von Potentialen und Defiziten diverser Form-, Material- und Funktionseigenschaften eine wichtige Grundlage. Diese Vorarbeiten sind für die erfolgreiche Beantragung von Forschungsprojekten von besonderer Wichtigkeit. Für die Optimierung und die zielorientierte Vermarktung des Werkstoffs Textilbeton ist dies von besonderer Wichtigkeit. Textilbeton ist ein neuer Werkstoff, welcher an der Schwelle zum Marktdurchbruch steht.


Forschungsansatz:
Der Lösungsansatz wird mit Hilfe disziplinspezifischer Bewertungsmethoden von partizipierenden Studenten der Architektur, der Ingenieurswissenschaft und der Soziologie in einer interdisziplinären Laborstudie erarbeitet. Die Studenten aus den drei Disziplinen repräsentieren die Gruppen der Planer (Architekten), der Anwender (Ingenieure) und der Nutzer (Soziologen). Die Studenten entwickeln in einer von Herrn Univ. Prof. grad. Des. Michael Schulze betreuten Werkstatt Objekte aus Holz, Stahl, Kunststoff, Gips, (Stahl-) Beton, Faserverbundkunststoff (FVK) und Textilbeton. Diese Objekte weisen aufgrund der unterschiedlichen Materialeigenschaften Potentiale und Defizite in der Formgebungsmöglichkeit auf. Daraus werden Funktionsvorgaben getroffen. Die Funktionsvorgabe kann beispielsweise eine Gebäudebekleidung (ein Fassadenelement) sein. Die Potentiale und Defizite der im Vergleich stehenden Formen, Materialien und Funktionen werden aufgezeigt und in Werkberichten und Broschüren zusammengefasst sowie in Fragebögen qualitativ erfasst und bewertet. Besonderes Augenmerk liegt auf dem Vergleich aller Materialien mit Textilbeton. 
Das beantragte Projekt profitiert in besonderer Weise von der interdisziplinären Kooperation zwischen der am Institut für Textiltechnik angestellten Soziologin Frau M.A. Jacqueline Lemm und Herrn Prof. Dr. Roger Häußling, dem Leiter des Instituts für Soziologie. Ebenfalls ist die Kooperation zwischen Herrn Dipl.-Ing. Architekt Kevin Pidun und Herrn Univ. Prof. grad. Des. Michael Schulze, dem Leiter des Lehrstuhls für Plastik hilfreich, da somit die interdisziplinäre Aufgabe unmittelbar mit den Studenten der drei Disziplinen angegangen werden kann.
Ziel ist es, eine wissenschaftliche Aussage zu den ästhetischen Zusammenhängen zwischen Form, Material und Funktion aus Perspektive der Architektur-, der Ingenieur- und der Soziologiestudenten zu treffen. Das Aufzeigen von Potentialen und Defiziten der unterschiedlichen Material-, Form- und Funktionszusammenhänge verglichen mit „Textilbeton" ermöglicht eine Aussage zu potentiellen Anwendungsfeldern dieses textilbasierten Werkstoffs. Im Rahmen der Laborstudien werden, Begründungszusammenhänge zwischen Form, Materialität und Funktion unter den Gesichtspunkten Akzeptanz, Ablehnung, Assoziation, Design, Optik, Haptik, Konstruktion, Funktionalität, Praktikabilität und Wirtschaftlichkeit von den teilnehmenden Rezipienten fokussiert und aufgezeigt. Die unterschiedlichen Sichtweisen der Teilnehmer aufgrund ihrer Disziplin, sollen Ergebnisse hervorbringen, welche zur marktspezifischen Ausrichtung und Anwendung von Textilbeton im Bauwesen dienen.


Danksagung:
Wir danken dem Humtec Direktorium der RWTH für die Finanzierung des Projektes im Rahmen des „Call for Proposals for interdisciplinary Seed Fund Projects".

Kontakt:
Architekt Dipl.-Ing. Kevin Pidun, 

Partner:

Institut für Textiltechnik (ITA) der RWTH Aachen University, Lehrstuhl für Plastik (LfP) der RWTH Aachen University,

Institut für Soziologie (IfS) der RWTH Aachen University
Laufzeit: 15.04.2013 - 14.04.14


Mitarbeiter:

Prof. Dr. Roger Häußling 
Soziologin Jacqueline Lemm, M.A. 
Univ.-Prof. Dr.-Ing. Dipl.-Wirt. Ing. Thomas Gries
Architekt Dipl.-Ing. Kevin Pidun
Univ.-Prof. grad. Des. Michael Schulze