Ausgabe 3, September – Oktober 2021

 

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

nachfolgend finden Sie die Webversion der dritten Ausgabe unseres Newsletters.

In Ergänzung zur E-Mail-Serie "LLI Spotlight", welche die wichtigsten News kurz für Sie zusammenfasst, finden Sie hier ausführlichere Informationen zu den verschiedenen Events, Praxistipps und Living Labs, sowie weiterführende Literaturempfehlungen. Außerdem wird an dieser Stelle ein kleiner Überblick über die aktuelle Arbeit des Living Labs Incubators gegeben.

Falls Sie unser "LLI Spotlight" noch nicht erhalten und zukünftig per E-Mail über die wichtigsten News informiert werden wollen, schreiben Sie eine E-Mail mit dem Betreff "Anmeldung: LLI Spotlight" an .

Viel Spaß beim Lesen und Stöbern wünscht,
das LLI-Team

 
 

Neues aus dem Living Labs Incubator

Teilnahme an Tagungen

In den vergangenen Wochen durfte der Living Labs Incubator zwei spannenden Tagungen beiwohnen. Vom 13. – 17. September 2021 fand die International Transdisciplinary Conference unter dem Motto „Creating spaces and cultivating mindsets for learning and experimentation” statt. Prof. Stefan Böschen organisierte und leitete gemeinsam mit drei Schweizer Kolleginnen einen Workshop zum Thema „Methods of knowledge integration in inter- and transdisciplinary research – what about epistemology and rigour?“ Außerdem konnte das Team des LLI die Bandbreite der Arbeit in Reallaboren/Living Labs an und in Zusammenarbeit mit der RWTH vorstellen. Der LLI ist nun auch Gründungsmitglied der ITD Alliance, einem globalen Netzwerk, dass sich kollaborativer Forschung und Lehre verschrieben hat. Im Rahmen der International Sustainability Transitions Conference (5. – 8. Oktober) diskutierte Julia Backhaus als Panellist das Potenzial von Theorien sozialer Praktiken, um gesellschaftliche Transformationsprozesse – auch im Rahmen von Reallaboren – zu theorisieren, beforschen und fördern.

Forschungsprojekt TRANSFER

Seinem Namen alle Ehre machend, hat sich der Living Labs Incubator erfolgreich für die Nachwuchsförderung eingesetzt. Nach einer Förderempfehlung wurde der LLI vom Bundesministerium für Bildung und Forschung ausgewählt, einen Formantrag für das vorgeschlagene Forschungsprojekt zum Thema Wissenstransfer einzureichen. Das Projekt TRANSFER mit einer Laufzeit von drei Jahren soll im Mai 2022 starten. Zwei Promovierende aus den Bereichen Wissenschaftstheorie und Wissenschaftssoziologie werden sich unter der Leitung von Prof. Gabriele Gramelsberger und Prof. Stefan Böschen und in Zusammenarbeit mit dem Team des LLI mit der Entwicklung einer Indikatorik für Wissenstransfer in und durch Reallabore befassen. Wir freuen uns auf die hoffentlich anstehende Teamerweiterung und die interessante Arbeit.

Einladung zu zweitem Netzwerktreffen

Um die gemeinsame Arbeit und den Austausch fortzusetzen, lädt der LLI zu einem zweiten Netzwerktreffen ein. Der Termin ist Montag, der 15. November von 14 – 16 Uhr. Der Termin wird online stattfinden und der Zugang per Mail verschickt. Auf der Agenda steht neben der Präsentation der vorläufigen Ergebnisse aus den Interviews auch die Idee eines "Reallabor Service" von Prof. Gries. Außerdem wird Zeit zum informellen Austausch und Networking geben. Interessierte können sich per anmelden.

 
 

Living Labs im Raum Aachen

Reallabor Nivelstein

Im Oktober 2020 schlossen die RWTH Aachen und die Nivelsteiner Sandwerke und Sandsteinbrüche GmbH einen Kooperationsvertrag zur Erforschung neuer Technologien für eine nachhaltige Rohstoff- und Energieversorgung. Auf der Agenda stehen unter anderem der Einsatz Künstlicher Intelligenz, 5G-Datenübertragung, neuartige Sensortechnologien und innovative Prozessleittechnik für die Rohstoffgewinnung und -aufbereitung. Durch die Kombination aus Reallabor und aktivem Gewinnungsbetrieb an einem Standort, welcher außerdem den größten Solarpark Nordrhein-Westfalens beheimatet, können neuartige Technologien auf dem Weg zur autonomen, energieeffizienten und CO2-neutralen Rohstoffgewinnung entwickelt werden.

Reallabor Tiefengeothermie Rheinland

In der Region zwischen dem Autobahnkreuz Aachen und dem Kraftwerk Weisweiler entsteht ein Reallabor zur Nutzung der Tiefengeothermie im Rheinischen Revier. Tiefengeothermie soll als innovative Lösung den Kohleausstieg ermöglichen und zur Energiewende beitragen. Im ersten Schritt zur Realisierung des Reallabors erfolgt eine geophysikalische Exploration und Charakterisierung des Untergrundes sowie die Durchführung von Erkundungsbohrungen in die Tiefenwasser führenden geologischen Schichten. Perspektivisch sollen von hier aus Kommunen und Unternehmen des südlichen Rheinischen Reviers - nach dem Vorbild von München und Paris - mit Erdwärme versorgt werden.

 
 

Veranstaltungen

Kamingespräche Interdisziplinarität

Interdisziplinarität ist ein zentrales Stichwort im Exzellenzkonzept der RWTH. Das HumTec als zentrale Drehscheibe für konvergente Forschung an der RWTH nimmt dies zum Anlass, eine Plattform für Fragen und Herausforderungen rund um dieses Thema zu bieten. Unter Leitung der Forschungsinitiative LaBeCo wurde daher eine Veranstaltungsreihe ins Leben gerufen, welche dem Gesprächsbedarf zur interdisziplinären Praxis begegnet.

Die Gesprächsreihe „Kamingespräche Interdisziplinarität“ ermöglicht einen persönlichen Erfahrungsaustausch zum Thema Interdisziplinarität und richtet sich an Professorinnen und Professoren sowie wissenschaftliche Mitarbeitende. Es wird vier Kamingespräche geben, welche alle an einem Freitag von 12:00 – 14:00 Uhr stattfindet und sich jeweils einem anderen Schwerpunktthema widmen.

Der erste Termin zum Thema "Interdisziplinarität – was und warum?" findet am 22. Oktober online statt.

Für die Veranstaltungen ist eine Anmeldung erforderlich

Fuckup Night: Was im Reallabor mal so richtig schief lief

Das Reallabor-Netzwerk veranstaltet in Zusammenarbeit mit dem Karlsruher Transformationszentrum (KIT) am 21. Oktober 2021 von 19:00 – 21:00 Uhr eine Fuckup Night zum Thema Reallabore. Die Veranstaltung findet online statt.

Interessierte können sich per E-Mail beim melden.

 
 

Tipps für die Praxis

RWTH edX-Kurs "Nature-based Urban Regeneration"

Productive Green Infrastructure for post-industrial urban regeneration (proGIreg), ein von EU Horizon2020 finanziertes Projekt, hat seit 2018 innovative nature-based solutions (NBS) in Städten in Europa und China erforscht und umgesetzt. Die Erkenntnisse fließen nun in einen kostenlosen Massive Open Online Course (MOOC) ein, der virtuell vom 1. November bis 18. Dezember 2021 auf edX stattfindet. (Trailer zum Kurs)

Der Kurs eignet sich für alle, die mit grundlegenden wissenschaftlichen Methoden auf Hochschulniveau vertraut sind, und für alle, die sich für die Stadterneuerung mit der Natur interessieren. Weitere Informationen zum Lehrplan und zur Anmeldung erhalten Sie auf der Kurs-Homepage.

Konzept für ein Reallabor-Gesetz

Die Bedeutung von Reallaboren als Fortschritts- und Innovationstreiber wächst unaufhaltsam. In der vergangenen Legislaturperiode wurden wichtige Schritte unternommen, um die Rahmenbedingungen für Reallabore zu verbessern und die Projekte in ihrer Arbeit zu unterstützen.

Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie hat nun die Arbeiten dieser Legislatur gebündelt und ein Konzept für ein Reallabore-Gesetz vorgelegt, das übergreifend einheitliche und innovationsfreundliche Rahmenbedingungen für Reallabore bietet und neue Freiräume zur Erprobung von Innovationen ermöglichen soll.

Das Konzept "Neue Räume, um Innovationen zu erproben" steht auf der Seite des BMWi zum Download zur Verfügung.

 
 

Literaturempfehlungen

Reallabore als Forschungs- und Transformationsinstrument: Die Quadratur des hermeneutischen Zirkels

Wagner, Felix; Grunwald, Armin (2015): Reallabore als Forschungs- und Transformationsinstrument: Die Quadratur des hermeneutischen Zirkels. In: GAIA - Ecological Perspectives for Science and Society 24 (1), S. 26–31. DOI: 10.14512/gaia.24.1.7.

Tensions and Trade-offs in Real-World Laboratories - The Participants' Perspective

Engels, Franziska; Rogge, Jan-Christoph (2018): Tensions and Trade-offs in Real-World Laboratories - The Participants' Perspective. In: GAIA - Ecological Perspectives for Science and Society 27 (1), S. 28–31. DOI: 10.14512/gaia.27.S1.8.