Herausforderungen verantwortlicher Technikgestaltung

 

Die Vorlesung „Herausforderungen verantwortlicher Technikgestaltung in dynamischen Umwelten“ stellt eine Einführung in Grundproblemstellungen der geistes- und sozialwissenschaftlichen Befassung mit Technologie dar und wird im Kooperationsstudiengang Bauingenieurwesen angeboten.

Veranstaltungsbeschreibung im Überblick

Innovation stellt eine Leitmotiv der Gegenwart dar. Mit Innovationen sollen die Herausforderungen der Gegenwart, etwa die der Energiewende, des Klimawandels, der alternden Gesellschaften, der vernetzten Produktion, der Künstlichen Intelligenz oder der Mobilität, gemeistert werden. Zugleich treten die Nebenfolgen von Innovationen in Form von Chancen und Risiken immer deutlicher hervor. Denn Innovationen verändern kontinuierlich, und mehr oder weniger weitreichend, die soziale, kulturelle und normative Ordnung von Gesellschaft. Dies betrifft nicht allein technische, sondern ebenso soziale Innovationen. Vor diesem Hintergrund bietet diese Lehrveranstaltung einen systematisch auf die Frage verantwortlicher Technologieentwicklung zugeschnittenen Überblick über Ansätze der sozial- und geisteswissenschaftlichen Wissenschafts- und Technikforschung. Verantwortliche Technikgestaltung besteht heute nicht allein darin, verlässliche und sichere Wissenschaft und Technik zu machen, sondern zugleich die Maßstäbe der Verlässlichkeit für unterschiedliche soziale sowie kulturelle Kontexte zu erkennen, zu systematisieren und im Innovationshandeln wirksam werden zu lassen. Angehende Ingenieurinnen und Ingenieure brauchen eine differenzierte Urteilsfähigkeit, um zunehmend unübersichtliche Forschungs- und Entwicklungssituationen zu bewältigen.

Kompetenzerwerb:

  1. Die Studierenden haben für ganz unterschiedliche Innovations- und Technikfelder Einblicke in deren sozio-technische Dynamik erhalten.
  2. Die Studierenden haben unterschiedliche geistes- und sozialwissenschaftliche Perspektiven kennen gelernt, um sozio-technischen Wandel zu diskutieren.
  3. Die Studierenden können in Bezug auf unterschiedliche sozio-technische Arrangements und Entwicklungsdynamiken erste Schritte einer ethischen Analyse vornehmen und Verantwortungsprobleme identifizieren.

Gliederung der Veranstaltung .

Die Lehrveranstaltung gliedert sich nach drei zentralen Bereichen.

  • Elemente: Hier sollen aus den unterschiedlichen disziplinären Perspektiven grundlegende Problemstellungen der geistes- und sozialwissenschaftlichen Befassung mit Technik behandelt werden. Dies dient dem Verständnis von Technik als sozialem Prozess. Technik entwickelt sich nicht einfach aus Technik. Vielmehr muss technische Entwicklung als ein Prozess der Ko-Produktion technischer und sozialer Ordnung verstanden werden.
  • Felder: Die geistes- und sozialwissenschaftliche Befassung mit Technologie bezieht sich auf konkrete Felder. Gerade Felder emergenter Technologieentwicklung haben die geistes- und sozialwissenschaftliche Reflexion inspiriert. Deshalb sollen die Felder mit den emblematischen Kurztiteln „Nano“, „Bio“, „Info“ und „ Neuro “ in den Blick genommen werden
  • Kontexte: Hier werden relevante Umwelten der Technologieentwicklung behandelt, welche prägenden Einfluss auf die Wahrnehmung von und den Umgang mit Technik haben: ökologische, ökonomische und soziale/politische Umwelten sind besonders relevant.
 

Dozentinnen und Dozenten

Die Veranstaltung wird von fünf ProfessorInnen aus fünf verschiedenen Disziplinen gestaltet:

Durch diese Zusammenstellung werden aus ganz unterschiedlichen Blickwinkeln Fragen der verantwortlichen Technikgestaltung beleuchtet.