Technology and Global Security

Kontakt

Telefon

work
+49 241 80-99744

E-Mail

E-Mail
 

Spätestens mit dem Ukrainekrieg ist die Geopolitik wieder in den Mittelpunkt öffentlicher Aufmerksamkeit gerückt. Auch in der Wissenschaft wurde das Bewusstsein erneuert, dass internationale Sicherheit sowie Forschung, Lehre und Innovation sich wechselseitig beeinflussen. Diese „Zeitenwende“ rückt nicht nur Fragen zur Zukunft der internationalen Zusammenarbeit in den Vordergrund, sondern allgemeiner auch zur Verantwortung und möglichen Beiträgen von Wissenschaftler:innen zu Sicherheit und Frieden. Gleichzeitig lässt sich konstatieren, dass technologische Entwicklungen immer rasanter und komplexer werden. Mehr noch: es entstehen verwickelte Verflechtungen zwischen technologischer Entwicklung und internationaler Sicherheit, die sich nicht allein an der Verfügbarkeit und Kontrolle von Waffensystemen festmachen. Infrastrukturentwicklung etwa wird unter neuen Vorzeichen der Abhängigkeit gesehen. Autonomie erscheint hierbei als Sicherheitsreserve. Mithin sind also Fragen der Stabilisierung, De-Stabilisierung kollektiver Ordnungen in den Blick zu nehmen, die auch zu Fragen der technologischen Souveränität werden. Diese Form der Ent-Grenzung ist es, die eine erhebliche Dynamisierung hereinbringt. Forschungs-, innovations- und industriepolitische Fragen werden so relativ unmittelbar zu sicherheitspolitischen Fragen.

Das Ziel dieses Aktivitätsfeldes ist, mittels interdisziplinärer Zusammenarbeit hochschulweit ein differenziertes Verständnis zur Wirkung von Naturwissenschaft und Technik auf Sicherheit und Frieden in Forschung und Lehre zu fördern. Es widmet sich der Rolle von Technologie für kooperative internationale Sicherheit. Relevante Themenfelder sind etwa die konventionelle und nukleare Rüstungskontrolle und Verifikation, die Detektion biologischer oder chemischer Kampfstoffe und ihrer Kontrolle. Über diesen engeren Kreis sicherheitsrelevanter Forschung hinaus werden Sicherheitsarchitekturen in den Blick genommen, welche die unterschiedlichen Schnittstellen wissenschaftlich-technologischer Entwicklung zur Sicherheitspolitik thematisieren. Wie ist mit Cyberangriffen umzugehen und der mögliche Einfluss emergenter Technologien auf Konflikte zu bewerten?

Aktueller Schwerpunkt des Aktivitätsfeldes ist die Konzeptentwicklung für ein Center der naturwissenschaftlichen Friedensforschung. Zum einen zielt es auf die Entwicklung friedensfördernder Technologien ab – etwa solche zum Monitoring internationaler Rüstungskontroll- und Friedensabkommen. Zum anderen soll es sich dem Umgang mit Missbrauchspotenzialen sicherheitsrelevanter Forschung („dual-use“) widmen.